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Die Gründungsversammlung für den Interreligiösen Arbeitskreis im Kanton Thurgau fand am 28. Oktober 2010 in Frauenfeld statt. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, den Dialog zwischen den Religionen auf kantonaler Ebene zu fördern und die interreligiösen Aktivitäten in den Regionen zu unterstützen und zu vernetzen.

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Wir verurteilen Terrorakte im Namen der Religion und setzen uns ein für einen offenen interreligiösen Dialog 

  

Stellungnahme vom 1. November 2020. Vorstand Interreligiöser Arbeitskreis im Kanton Thurgau


In tiefer Trauer nehmen wir die Attentate nahe Paris, Nizza, Avignon und Lyon zur Kenntnis. Wir verurteilen diese abscheulichen Taten religiös bzw. ideologisch motivierter Gewalt. Bei einer Messerattacke in der südfranzösischen Küstenstadt Nizza hat es laut Polizeiangaben am 29. Oktober drei Tote und mehrere Verletzte gegeben. Der Attentäter suchte sich seine Opfer unter Gottesdienstbesuchern in der Kirche Notre-Dame de l’Assomption. In Frankreich hatte zuletzt ein Terrorist im Namen Gottes einen Geschichtslehrer auf brutale Weise ermordet. 

Wir schliessen uns der Stellungnahme des Schweizerischen Rates der Religionen an und verurteilen diese entsetzlichen Terrorakte entschieden. Kirchen, Synagogen und Moscheen sind Gotteshäuser. Sie werden von Menschen als sakrale Orte der Begegnung mit Gott erfahren, in denen  gebetet und der Name Gottes gepriesen wird. Gerade deshalb müssen diese Kultstätte respektiert und beschützt werden. Religion kann solche unmenschliche und gotteswidrige Anschläge nie rechtfertigen. Gewalt darf unter keinen Umständen das friedliche Zusammenleben von Christen, Muslimen und Juden gefährden. 

Wir sind in dieser schwierigen Zeit in Gedanken und Gebeten bei den Familien und Angehörigen der Opfer und bei allen friedfertigen Bürgerinnen und Bürgern Frankreichs. 

Vorstand des Interreligiösen Arbeitskreises im Kanton Thurgau 

  

 

Stellungnahme vom 30. Oktober 2020. Rehan Neziri 

Ich spreche mein Beileid aus für den bestialischen Mord von unschuldigen Menschen in Frankreich und anderswo. Wir sind von diesen Menschen-verachtenden Verbrechen zutiefst betroffen. Den Angehörigen der Opfer gilt unser tiefstes Mitgefühl. Den Täter gilt unsere Verachtung. 

Wir appellieren eindringlich an alle, eine Sprache der Versöhnung zu sprechen- All jenen, die vom Hass getrieben sind, beteuern wir, dass an unserem Zusammenhalt nicht zu rütteln ist. 

Rehan Neziri, Imam der albanisch-islamischen Moscheegemeinschaft Kreuzlingen, Vorstandsmitglied des interreligiösen Arbeitskreises im Kanton Thurgau 

 

 

Stellungnahme vom 29. Oktober 2020. Föderation islamischer Dachorganisationen der Schweiz (FIDS) 

Meinungsfreiheit ist uns allen wichtig

Jeder Mensch hat das Recht seine Meinung frei zu äussern und zu veröffentlichen. Gegensätzliche Meinungen gehören zum Alltag und können entweder in einem angeregten Gespräch ausdiskutiert oder einfach so im Raum stehen gelassen werden. Meinungsverschiedenheiten sollten nie mit Gewalt beantwortet und gerechtfertigt werden. Daher verurteilen wir den brutalen Anschlag auf Samuel Paty aufs Schärfste und wünschen den Hinterbliebenen und seiner Familie Kraft und Ausdauer. 

Ein Gewaltverzicht gilt auch dann, wenn der Gesprächspartner versucht jemanden durch Wörter, Bilder oder streitsuchende Handlungen zu provozieren. Meinungen sind dazu da, gegenseitig etwas voneinander zu lernen, und nicht die andere Person zu kränken. Es ist nicht zielführend, religiöse Bezugspersonen zu verhöhnen und zu verspotten, um den Angehörigen einer Religion die Meinungsfreiheit zu demonstrieren. Daher sollte das Recht der Meinungsfreiheit mit Vernunft angewendet und nicht für Beleidigungen missbraucht werden. Ein solcher Missbrauch führt zur Polarisierung der religiösen Angehörigen. 

In diesen Tagen werden Muslime den Geburtstag des Propheten Muhammad feiern. Unser Wunsch ist daher, diese besonderen Tage in Frieden und in Würde zu begehen. 

Aufgrund des kontinuierlichen Dialogs und dem Willen aller Seiten sind die Muslime in der Schweiz im Vergleich zu den Nachbarländern besser integriert. Etwaige Provokationen brauchen wir nicht zu importieren. 

Ausweglose Diskussionen führen fast nie zum Ziel. Wir empfehlen deshalb den pragmatischen und konsensorientierten Weg. 

  

Freundliche Grüsse 

Matthias Loretan 

  

Interreligiöser Arbeitskreis im Kanton Thurgau, Präsidium